Verstehen – den Anderen verstehen

Dass wir uns gegenseitig verstehen ist nicht selbstverständlich.

Wir verstehen die andere Person – auf der Grundlage des eigenen Verstehens – des sich selbst Verstehens – daher hängt das Verständnis der anderen Person wesentlich vom Selbstverständnis ab.

Man sagt daher auch, dass man die eigene Sichtweise auf den anderen projiziert – und sich dann z.B. erwartet, dass der Andere so reagieren sollte wie man es selbst tun würde.

Tatsächlich macht man jedoch die Erfahrung, dass die andere Person oftmals anders reagiert als man dies gerne hätte.

Dies hat damit zu tun, dass die andere Person tatsächlich anders ist und sich natürlich auch in einer anderen Situation befindet.

Das heißt die Menschen sind verschieden und auch die Situationen sind verschieden.

Daher verstehen sich Menschen nur beschränkt und reagieren sie verschieden.

Immerhin gibt es jedoch eine gemeinsame Basis und Ähnlichkeiten und können wir uns daher bis zu einem gewissen Grad gegenseitig verstehen – und was wichtig ist – das gegenseitige Verstehen kann sich auch entwickeln.

Man kann tatsächlich lernen den anderen besser zu verstehen.

Sich an die Stelle des Anderen zu denken – das heißt sich vorzustellen wie der Andere die Sache sieht und erlebt kann sehr hilfreich sein und zum besseren, gegenseitigen Verständnis beitragen.

Vorwurfsvoll der anderen Person zu begegnen hilft bekanntlich wenig weiter – weil diese Vorwürfe erfahrungsgemäß schlecht ankommen.

In der Regel werden die Argumente bei der anderen Person erst ankommen, wenn sie diese versteht  bzw. wenn sie sich mit dieser Sichtweise identifiziert.

Selbstverständlich hängt das Verstehen der anderen Person wesentlich von der Erfahrung ab. Im Laufe der Erfahrung lernen wir die andere Person kennen und können wir dann oftmals schon im Vorhinein relativ gut abschätzen wie etwas „ankommen“ wird – wie sie die Dinge verstehen und reagieren wird.

Daher verstehen sich Menschen oftmals recht gut – auch wenn sie durchaus verschieden sind – wenn sie sich seit langem kennen. Sei dies beruflich oder privat. Man weiss dann ziemlich genau wie die andere Person reagieren wird – und man weiss daher auch ziemlich genau was man machen soll und was nicht.

Wenn Menschen sich gut verstehen, sagt man die „Chemie“ stimmt zwischen Ihnen. Das heißt soviel wie, dass sie sich gegenseitig verstehen können. In der Psychotherapie ist dieses sich gegenseitig verstehen können von zentraler Bedeutung und Konsequenz.

Der Ausdruck: „die Chemie passt“ ist insofern treffend, weil wahrscheinlich auf der neurophysiologischen Ebene tatsächlich ähnliche neuronale Muster ablaufen, und damit auch ähnliche chemische Prozesse wenn Personen sich gut verstehen, ähnlich denken, ähnlich fühlen usf.

Man erkennt in diesem Zusammenhang auch die Bedeutung der Prägung durch die Erziehung, die Bedeutung der Herkunftskultur, die Bedeutung der Wertvorstellungen, wie sie in der Herkunfts- Kultur gegeben sind bzw. andererseits auch den Stellenwert der Fähigkeit zur Relativierung dieser Wertvorstellungen, wie sie bespielsweise als Folge der Aufklärung in gewissen Ländern ihren Niederschlag gefunden hat.

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