Dr.med. Othmar Mäser, Psychiater Psychotherapie

neuronales Muster

Ein neuronales Muster ist eine bestimmte neuronale Aktivität im Nervensystem.

Es ist ein neuronales Muster also eine gewisse Aktivität der Nervenzellen, wie diese als Folge einer definierten Funktion im zentralen Nervensystem und im peripheren Nervensystem entsteht.

Es handelt sich dabei also um eine bestimmte, individuelle neuronale Funktion als Folge einer gewissen individuellen Funktionalität. In diesem Sinn kann man sich ein neuronales Muster als eine mehr oder weniger variable dynamische Funktionseinheit vorstellen die in Abhängigkeit von anderen derartigen Einheiten im System entstanden ist.

Dabei entsteht das neuronales Muster infolge der Beschaffenheit – also infolge der Architektur – respektive infolge des individuellen Aufbaus – also infolge der anatomischen und histologischen Struktur – des Nervensystems und in Abhängigkeit von der Funktion – also im übertragenen Sinne als Folge des Zusammenhangs der hard-ware mit der soft-ware in diesem Lebewesen bzw. in diesem Individuum.

Man kann auch sagen: das neuronale Muster ist der elektrische Ablauf im Nervensystem als Organ aus der Sicht der Physiologie bzw. der Biologie – und somit aus der Sicht der Natur betrachtet.

Durch diesen elektrischen Ablauf des neuronalen Musters entsteht in höheren Lebewesen ein teils bewusstes und teils unbewusstes Leben und damit das Erleben. Es kommt damit also zum dem was man beim Menschen als Bewusstsein beschreibt bzw. umschreibt, insofern diese Aktivität zum Teil bewusst erlebt wird zum anderen Teil jedoch nicht bewusst erlebt wird und hat man daher infolge der Erfahrung diesen Teil des Erlebens als aus dem Unbewussten stammend beschrieben.

Man kann auch sagen: es führt dieses Erleben zu einem teils bewussten und teils unbewussten Lernen infolge der Prägung bzw. in Folge der Konditionierung durch die neuronale Aktivität.

Man kennt in diesem Zusammenhang dern Begriff der Neuroplastizität.

Ein im Nervensystem ablaufendes neuronales Aktivitätsmuster kann man als momentan abgegrenzte Einheit verstehen, die sich allerdings im Laufe der Zeit dynamisch verändert und die in andere neuronale Muster übergeht. Ein neuronales Muster wird also durch eine dynamische neuronale Funktion repräsentiert. Dabei korrespondieren gewisse neuronale Muster mit gewissen neuronalen Funktionen im Sinne einer gewissen dynamischen Funktionseinheit.

Damit ist also eine bestimmte Form einer neuronalen Aktivität gemeint, die im Nervensystem abläuft bzw. die im Nervensystem einem gewissen neuronalen Engramm entspricht.

Einzelne Nervenzellen, die mit anderen Nervenzellen ein Nervenzellgeflecht bilden, sind zur Entwicklung von neuronalen Mustern fähig.

Das menschliche Gehirn mit seiner Fortsetzung, dem Rückenmark, stellt den zentralen Anteil des Nervensystems dar. Die vom zentralen Nervensystem ausgehenden Nervenfasern, welche in den peripheren Nerven – wie in Kabelsträngen – verlaufen, bilden in Verbindung mit einzelnen, kleinen Nervenzell-Zentren, den sogenannten Ganglien in der Peripherie das sogenannte periphere Nervensystem. Das periphere Nervensystem und das zentrale Nervensystem bilden zusammen ein zusammenhängendes Nervenzellgeflecht, also ein Organ welches zur Entwicklung von neuronalen Mustern fähig ist. Dabei können die ablaufenden neuronalen Muster als mehr oder weniger abgegrenzte funktionelle Einheiten verstanden werden, die gewisse Funktionen bewirken. Man kann sich also auf der Grundlage einer neurophysiologischen Gedächtnistheorie vorstellen, wie derartige neuronale Muster durch Sinnesreize und durch mentale Prozesse im Nervensystem als definierte Engramme entstehen und diese später auch wieder im Sinn des Gedächtnisses reaktiviert werden können.

Das zentrale Nervensystem, erhält von der Peripherie über die Sinnesorgane (Augen, Gehör, Tastsinn, Schmecken, Riechen) Reize, die in der Form von elektrischen Impulsen an die Nervenzellen im Zentralnervensystem ankommen.

Es werden also durch Sinneseindrücke zuerst die peripher gelegenen Zellen der Sinnesorgane gereizt, die ihrerseits die Signale an die zugehörigen Nervenzellen im zentralen Nervensystem zuerst in den Hirnstamm bzw. ins Rückenmark und dann ins Gehirn weiterleiten.

So stimulieren z.B. optische Sinneseindrücke, die auf der Netzhaut auftreffen in weiterer Folge im zentralen Nervensystem die Nervenzellen in der Sehrinde am hinteren Pol des Gehirns. Oder der Tastsinn z.B. im Bereich des rechten Zeigefingers das entsprechende Areal in der Hirnrinde im parietalen Bereich des linken Cortex. Auch diffuse Empfindungen aus dem Körperinnern gelangen auf diese Art und Weise ins zentrale Nervensystem.

Je nach Sinneseindruck wird im zentralen Nervensystem ein funktionaler Ablauf in den zugehörigen Nervenzellverbänden hervorgerufen. Die primär stimulierten Nervenzellen stimulieren weitere Nervenzellen, die ihrerseits nachgeschaltete Nervenzellen stimulieren usf. Dadurch ergibt sich ein neuronales Muster im neuronalen Netzwerk. Ein neuronales Muster ist also ein, in der Zeit ablaufender neuronaler Vorgang, der vergleichbar der Aktivierung von einzelnen Klaviertasten zu einer Tonabfolge bzw. bei koordinierter und harmonischer Aktivität zu einer Melodie führt.

Auf diese Art und Weise entstehen die verschiedenen psychischen Phänomene und auch die verschiedenen neurologischen Phänomene (etwa gewisse Funktionsabläufe bzw. motorische Funktionen beim Klavierspielen, beim Schilaufen, beim Tennisspielen usf.) so entsteht auch das Artikulieren und das Sprechen und andere Inhalte und Funktionen, etwa auch vegetative Funktionen im Vegetativen Nervensystem. Es kommt auf diese Art und Weise zu den körperlichen Reaktionen, Sensationen und Empfindungen. Auf diese Art und Weise entsteht also auch das Denken und das Fühlen, wobei das Fühlen das Ergebnis einer – man könnte sagen – Hintergrundaktivität ist, die vor allem von den zentralen und basalen bzw. tiefer gelegenen Gehirnstrukturen geleistet wird, und die durch die neuronale Aktivität in der Gehirnrinde modifiziert wird.

Wie man bei sich selbst, am Beispiel des optischen Sehens bemerken kann, sind die Inhalte des Bewusstseins konkreter, wenn es um das direkte Sehen eines Objekts geht. Dementgegen sind Vorstellungen also Erinnerungen über früher Gesehenes, die nur auf Gedächtnisinhalten beruhen und erinnert werden, weniger konkret. Aus dieser Tatsache kann man berechtigt ableiten, dass die, den Vorstellungen zu Grunde liegenden neuronalen Muster, beispielsweise beim optischen Sehen, ebenfalls konkreter (schärfer begrenzt und ausgebildet) sind als wenn in der Erinnerung oder im Traum optische Gedächtnisinhalte reproduziert und assoziiert werden. Man kann also schärfer definierte neuronale Muster von weniger scharf definierten und damit weniger scharf abgegrenzten neuronalen Mustern unterscheiden.

Im Grunde genommen ist unsere zentralnervöse Aktivität permanent von der Art, dass entweder hereinkommende Impulse die zentralnervösen Abläufe überwiegend bestimmen, oder es dominieren die Bewusstseinsinhalte, wie sie durch Erinnerungen (bewusste und unbewusste Gedächtnisinhalte) spontan aktiviert, also assoziiert und angeregt werden. Tatsächlich findet permanent beides statt, wobei manchmal der Input von außen dominiert und dann wieder mehr der Input aus der eigenen „Quelle“, also aus dem Unbewussten bzw. aus dem Gedächtnis dominiert.

Zum Beispiel beim sogenannten Tagtraum – wenn man vor sich hin sinniert – dann dominiert der Input von innen, also die freie Assoziation aus dem Gedächtnis und es wird dieser Inhalt nur wenig durch äußere Eindrücke beeinflusst und modifiziert. Andererseits gibt es konkrete Inhalte und damit konkrete und damit wahrscheinlich relativ scharf abgegrenzte neuronale Muster, die mit diesen konkreten Inhalten korrespondieren.

Während Tiere offensichtlich mehr durch die Sinneseindrücke stimuliert und in ihrem Erleben dominiert sind – und bei ihnen die Gedächtnisinhalte (wahrscheinlich überwiegend) nur in Verbindung mit den Sinneseindrücken assoziiert werden – sind wir Menschen oftmals sehr stark von den intern generierten Vorstellungen (Fantasien, Bildern, sowie den Vorstellungen und den damit verbundenen Gefühlen: Ängsten, Wünschen, Befürchtungen, Hoffnungen usf.) beeinflusst und dominiert.

Daher kommt es, dass Menschen manchmal unter ihren Vorstellungen mehr leiden als unter den Tatsachen, weil man sich in der Fantasie unter Umständen die Dinge schlimmer vorstellt, als sie tatsächlich sind bzw. kommen werden. Die Ideen können also das Ausmaß von überwertigen Ideen erlangen und es können auch die Befürchtungen zu übermäßigen Ängsten führen, ohne dass eine reale Problematik im Moment besteht.

Reflexe – angeborene neuronale Muster

Vorangehend wurden neuronale Muster beschrieben, wie sie einerseits infolge der direkten Sinneswahrnehmung entstehen und wie sie andererseits durch die spontane Aktivität des Gehirns hervorgerufen werden. Neben diesen beiden Formen gibt es auch noch eine Mischform, nämlich die neuronalen Muster, die durch Reize bzw. Sinneseindrücke ausgelöst bzw. aktiviert werden und die grundsätzlich aber von assoziierten Inhalten ihren Ausgang nehmen.

Es können also einzelne Sinneseindrücke und auch einzelne Einfälle (Assoziationen) neuronale Muster auslösen und es können solche neuronalen Muster bereits im Gang befindliche neuronale Muster modifizieren. Das heißt ein assoziertes neuronales Muster beeinflusst ein bereits im Gang befindliches neuronales Muster. So kann z.B. eine Unebenheit beim Auftreten mit dem Fuß einen Reflex auslösen, der zu einer einschießenden Muskelaktivierung führt und so den Bewegungsablauf beeinflusst und letztlich damit den Sturz zu Boden verhindert. Solche Reflexe sind zum Teil bereits anlagebedingt vorhanden und zum anderen Teil werden solche Muster im Laufe des Lebens dazugelernt bzw. zusätzlich im Zusammenhang der Praxis und durch das wiederholte Tun erworben. Man denke etwa an die reflexhaften Reaktionen wie sie bei einem Schifahrer beim Skilaufen auftreten wenn er über unebenes Gelände talwärts fährt. Es wird damit deutlich dass gewisse neuronale Muster in Folge der Architektur des Nervensystems durch Reize von außen entstehen und diese durch den Prozess des Lernens weiter modifiziert und entwickelt werden. Man kennt in diesem Sinn die Phänomene der Konditionierung und andererseits das Phänomen der Dekonditionierung im Sinn des Vergessens bzw. im Sinn des Verlernens.

Zu nennen sind hier also die motorischen Reaktionen, die Bewegungsmuster, wie sie im Laufe des Lebens willkürlich und unwillkürlich gelerntwurden bzw. wie sie sich entwickelt haben, wie man sie im Rahmen der Tätigkeiten und Handlungen gelernt bzw. erlernt hat (z.B. beim Schifahren, beim Schwimmen, beim Erlernen einer Sprache, in der Ausübung eines Berufes usf.) Zu nennen sind hier auch die angeborenen Reflexe, z.B. der Hustenreflex wenn man sich verschluckt hat, das Niesen usf. Ebenso sind die vegetativen Reaktionen (z.B. die Reaktionen des Magens, des Darmes etc.) einerseits wie sie Anlage bedingt vorhanden sind und es werden diese neuronalen Muster durch die Erlebnisse bedingt weiter entwickelt und weiter modifiziert. So kann man sich vorstellen, dass beispielsweise das „nervöse“ Reagieren des Magens z.B. auf Stress bzw. die Reaktionsweise unter psychischer Belastung allmählich erworben (unabsichtlich gelernt) worden ist. Es handelt sich dabei also um eine psychosomatische Reaktion im Sinn einer teils bewussten teils unbewussten Konditionierung, die gelernt worden ist. Auf der neuronalen Funktionsebene entspricht dieses neuronale Muster, das durch die Erlebnisse geprägt worden ist und das durch gewisse Auslöser bzw. Reize wieder aktiviert bzw. reaktiviert wird einem erlernten Phänomen.

Auf diese Art und Weise entstehen viele individuelle, uns eigene Reaktionsweisen im Laufe des Lebens. Es entstehen auf diese Art und Weise einerseits Reaktions- und Verhaltensweisen die absichtlich gelernt worden sind, und andererseits auch viele Reaktions- und Verhaltensweisen im Bereich des unbewussten Erlebens, die nicht gewollt, das heißt nicht absichtlich gelernt – aber trotzdem gelernt und daher vorhanden sind. Man kann hierbei also von unabsichtlicher Konditionierung sprechen. Bei den erworbenen gesundheitlichen Störung spielen derartige unabsichtliche Reaktion, die auf der Ebene der vegetativen Funktionen mit konditionierten neuronalen Mustern einhergehen eine große Rolle. In diesem Sinn entstehen verschiedene vegetative Störungen, die dann unter dem Begriff der Vegetativen Dystonie erfasst und beschrieben werden.

Man kann sich leicht vorstellen, dass bei der Behandlung einer solcher Funktionsstörungen, die weitgehend autonom abläuft, die medikamentöse Behandlung das neuronale Muster nur in der Intensität, also in quantitativer Hinsicht beeinflussen kann und das neuronale Muster in seiner Form und Ausgestaltung als solches durch das Pharmakon nicht direkt verändert wird. Dies hat zur Folge, dass auf diese Art und Weise nur eine beschränkte therapeutische Beeinflussung durch die medikamentöse Behandlung möglich ist, weil dadurch nur bis zu einem gewissen Grad  ein indirekter Einfluss auf das Muster in seiner Form erfolgt. Man kann damit also nur die Intensität aber nicht die Qualität und die Form und damit die einhergehende Reaktion als solche wesentlich beeinflussen.

Diese Vorstellung liefert eine Erklärung dafür, dass verschiedene somatische Störungen und auch verschiedene psychosomatische Störungen- wie sie etwa beim sogenannten Burnout (Burnout – Syndrom) auftreten prinzipiell nicht so leicht zu behandeln und nachhaltig zu beeinflussen sind. Man wird hier also allein durch die medikamentöse Behandlung nur beschränkte Erfolge erzielen. (Weiteres dazu auf der Seite: psychosomatische Störungen). Analoges kann man generell auch zu den sonstigen funktionellen Störungen, insbesondere zu den funktionellen Störungen der Psyche nämlich zu den psychischen Störungen sagen. Auch hierbei bemerkt man, dass man durch die symptomatische Therapie durch psychotrope Substanzen zwar einen gewissen Einfluss auf die gesundheitliche Störung erzielt – auf die Länge gesehen sollte jedoch auch auf der „software-Ebene“ eine Änderung erfolgen damit es zu einer nachhaltigen Besserung der gesundheitlichen Störung bzw. zu einer Dekonditionierung  und damit zur Normalisierung kommt.

Derartige funktionelle Störungenkönnen also leicht als Folge einer chronischen psychischen Spannung entstehen und es finden sich dann Beschwerden psychischer Natur und auch Beschwerden körperlicher Natur im Sinn einer Vegetativen Dystonie. Mit anderen Worten: die chronische psychische Spannung kann unmerklich die funktionellen Abläufe bzw. die neuronalen Muster beeinflussen und letztlich – wenn man so sagen will – deformieren. Damit erkennt man wie z.B. chronischer Stress sich nachteilig auf die persönliche Entwicklung und damit auch auf das Wohlbefinden und die Gesundheit auswirkt.

Man erkennt damit, dass es im Rahmen der Therapie von derartigen Funktionsstörungen um ein „Verlernen“ bzw. um das Dekonditionieren von gestörten Funktionsabläufen geht – nämlich um das Verlernen von abnormen bzw. krankhaften neuronalen Mustern – die in der Vorzeit (unabsichtlich) „gelernt“ bzw. erworben worden sind.

Es liegt auf der Hand dass dieses „Verlernen“ nicht leicht geschieht und direkt willentlich nur beschränkt beeinflusst werden kann, da viele dieser funktionellen Abläufe sich jenseits der Willkürsphäre abspielen – also anatomisch betrachtet auf der Ebene des vegetativen Nervensystems lokalisiert sind. Man erkennt damit, dass man hierbei im Wesentlichen nur auf indirektem Wege derartige Funktionsstörungen therapeutisch beeinflussen kann.

Modifikation der neuronalen Muster

Die neuronalen Muster entwickeln sich praktisch ständig mehr oder weniger. Es kommt also zu einer Entwicklung der neuronalen Muster im Laufe der Zeit. Diese Entwicklung ist die Folge der einlangenden Information, wie sie über die Sinnesorgane und die innere Empfindung ins zentrale Nervensystem gelangen und andererseits auch die Folge der Assoziationen, wie sie durch die mentalen Prozesse entstehen. Es kommt also auf diese Art und Weise zu einem ständigen  Lernen und damit zur persönlichen Entwicklung. Man kann auch sagen, dass es damit mehr oder weniger zu einer Konditionierung kommt. Man erkennt damit wie die Aktivität das aktive Tun an sich – also die Praxis – von Bedeutung ist und wie wichtig auch die Erfahrung ist.

Zur Komplexizität der neuronalen Muster

Wenn man an ein neuronales Muster denkt, dann stellt man sich vor, dass dabei ein gewisses Kerngebiet oder ein mehr oder weniger abgegrenzter Bezirk im Bereich der Hirnrinde im zentralen Nervensystem aktiv ist in dem das neuronale Muster abläuft. Dies ist zum Teil richtig, andererseits muss man allerdings bedenken, dass das Nervensystem ein zusammenhängendes Netzwerk von Nervenzellen ist und so gesehen diese Funktionalität nicht etwas anatomisch streng abgegrenztes ist. Vielmehr muss man sich vorstellen, dass diese anatomische Einheit eine variable Einheit ist, in dem Sinn, dass bei einem gewissen Funktionszustand gewisse Kerngebiete mitwirken und von dort Informationen, sprich Aktionspotentiale im lokal aktiven Kerngebiet eintreffen (z.B. im „Appetitzentrum“, oder sonst in einem „Zentrum“). Das heißt ein neuronales Muster ist in dieser Hinsicht ist etwas variables. Es gibt z.B. den „Appetit“ als psychisches Phänomen, aber es gibt nicht ein ganz abgegrenztes Nervenzellgeflecht das die Funktion „Appetit“ liefert. Genau so ist es mit allen anderen zentralnervösen Funktionen was immer damit gerade gemeint ist. Ob z.B. dieser oder jener Gedanke entsteht, oder dieses oder jenes Gefühl entsteht immer ist eine solche Funktion das Ergebnis des gesamten Nervensystems, wobei eben gewisse Bereiche des zentralen Nervensystems je nach Sachverhalt und Situation mehr oder weniger aktiv und mehr oder weniger involviert sind.

Diese funktionalen Gebiete sind als je nach dem größer oder kleiner, es wirken je nach dem auch andere Kerngebiete und andere Bahnen mehr oder weniger mit und es ist diese Variabilität sowohl in anatomischer Hinsicht und auch im zeitlichen Ablauf gegeben.

Daher kann man sich z.B. vorstellen, dass einem unmittelbar der „Appetit“ vergeht, wenn man eine gewisse Nachricht zu hören bekommt, wohingegen sonst beim Essen einem der Appetit nicht vergeht, wenn ein belangloses Gespräch geführt oder diese Informationen einem nicht aufregen, etwa weil man an derartige Informationen gewöhnt ist.

Es gibt also auf der Ebene der neuronalen Muster keine streng „abgegrenzten“ Einheiten, sondern handelt es sich hierbei um Nervenzellverbände, die man sich anatomisch gesehen als mehr oder weniger variable Einheiten vorstellen muss und die auch in Bezug auf die zeitliche Dynamik variabel entstehen und wieder vergehen.

Erkenntnistheoretisch bzw. philosophisch betrachtet können wir uns die funktionellen Zustände der neuronalen Muster nur als Einheiten denken. Man muss von den Phänomenen als abgegrenzten Einheiten sprechen, weil man sonst über die Dinge nicht denken und sprechen kann. Man spricht daher z.B. vom „Appetit“ versus „keinen Appetit haben“, oder vom „Appetit verlieren“. Im Grunde genommen handelt es sich bei einer solchen Einheit jedoch um eine nur problematisch zum Grund gelegte Einheit (vgl. mit Kant Zitat 8) also um eine projektierte Einheit bzw. um ein Konzept. Es ist dies also eine Einheit von der man denkt, dass es sie als tatsächlich als abgegrenzte Einheit gibt, wenn gleich man auf der Ebene der Fakten und somit auf der Ebene der neuronalen Funktion keine wirklich scharf abgegrenzte Einheit finden und bestimmen kann. Es ist dies also die Einheit einer Idee im Sinn von Immanuel Kant, die als der Begriff der Idee und somit als systematische Einheit im Bewusstsein der erkennenden Person erscheint, wenn diese Person den Sachverhalt durch das Schema dieser Idee geistig auffasst (vgl. mit Kant Zitat 7). Es gibt also eine solche vermeintlich abgegrenzte Einheit im Sinn einer scharf abgegrenzten natürlichen Einheit, somit im Sinn einer Natureinheit nur auf der Ebene der Vorstellungen, also nur auf der Ebene der Ideen. In der Realität der physischen Objekte bzw. in der Realität der neuronalen Funktion des Nervensystems gibt es genau genommen keine „physisch“ scharf abgrenzte Einheit, die mit dieser mental definierten Einheit korrespondiert. Daher kann man z.B. mit der Methode der funktionellen Bildgebung, so z.B. mit der Funktionellen Magnetresonanztomograpie keine solche scharf abgegrenzten Einheiten finden. Vielmehr handelt es sich bei einer solchen mental vorgestellten neuronalen Einheit im Sinn eines neuronalen Musters um ein regulatives Prinzip im Sinn von Immanuel Kant unter dem man sich den Zusammenhang der Dinge und der Erscheinungen vorstellen und denken kann.

(Weiteres dazu auf Poster 6: Diagnosis in Psychiatry – the Role of Biological Markers – an investigation in the light of Immanuel Kant`s philosophy). Ein psychisches Phänomen – so wie es durch den Begriff der Idee benannt wird ist eine „Sache“ – die neuronale Funktion auf dessen Grundlage das Phänomen entsteht ist eine andere „Sache“. Die zwei „Sachen“ – oder man kann auch sagen: die zwei unterschiedlichen Erkenntnisobjekte stehen zwar in einer Relation zueinander und es bedingt das neuronale Geschehen das psychische Phänomen bzw. geht das psychische Phänomen aus der neuronalen Funktion hervor, aber wegen des großen Unterschieds der Erkenntnisobjekte (vgl. mit Kant Zitat 7)  kann man die Relation zwischen den beiden nicht bestimmen. (Weiteres dazu auf Poster 6)

Zur Form der neuronalen Muster:

Ein neuronales Muster hat eine individuelle Form.

Ein neuronales Muster hat eine individuelle Form, weil dieses Muster in einem individuell geformten Nervensystem entsteht und weil sich dieses System im Laufe des Lebens unter anderem wegen der Erfahrung individuell entwickelt. Es sind die neuronalen Muster der Lebewesen und damit auch der Menschen ähnlich aber nicht gleich. Es spielt hier also die Individualität und damit das Individuum  eine Rolle und zweifelsohne ist die Variation und damit die Individualität bei den Menschen unter den Lebewesen am ausgeprägtesten.

Ein neuronales Muster hat eine dynamische Form:

Man muss sich die Form eines neuronalen Musters als dynamische Funktion vorstellen, weil sie eine Form ist die irgendwann entstanden ist und im Laufe der Zeit eine gewisse Ausgestaltung erlangt hat (Beispiel: Bewegungsmuster eines Menschen). In Bezug auf diese Grundform entwickelt sich die individuelle Form im Laufe des Lebens weiter. Überhaupt ist ein neuronales Muster eine Form die entsteht und wieder vergeht. In diesem Sinn geht ein neuronales Muster je nach Sachverhalt und Situation in ein anderes neuronales Muster über – so wie etwa Wellen auf einem Seen ineinander übergehen, ohne dass man genau sagen kann, wo wann welches Muster in das andere gewechselt ist. Man erkennt damit, dass man diesen Übergang definieren muss. Das heißt man muss durch den Begriff per Konvention in der Diagnostik festlegen, ob dieses Muster noch vorherrschend ist oder bereits jenes. Wir Menschen sind also durch unser Denken in dieser Hinsicht genötigt eine Grenze festzulegen um überhaupt sinnvoll (sinnhaft) über diese Vorgänge in der Natur denken und sprechen zu können. Andererseits existiert die Natur jedoch unabhängig vom menschlichen Denken. Darin findet sich also der tiefer liegenden Grund warum man etwa aus den Hirnströmen oder aus den bildgebenden Untersuchungen des Gehirns – etwa aus den bildgebenden Befunden wie sie mit der Methode der Funktionellen Magnetresonanztomographie erhoben werden können diese Sachverhalte nicht verständlich erfassen kann und aus der physischen Funktion bzw. der elektrophysiologischen Funktion die psychische Funktion oder neurologische Funktion etwa die motorische Funktion oder sonst eine dem Sinn nach definierte  Funktion erkennen kann. Analoges gilt auch für die Funktionsstörungen und deren Dokumention bzw. Erfassung in der Diagnostik.

Sondern man kann all diese Funktionen nur nachträglich erklären. Man kann also aus dieser physiologischen Funktion nicht erkennen was dieser Mensch etwa gerade denkt, was für eine Handlung er intendiert, was er geneigt ist zu tun usf. Daher kann man etwa den Willen und insbesondere den freien Willen nicht bildgebend dokumentieren und physisch bzw. physiologisch erfassen und überwachen.

Man erkennt hier die  Beschränktheit der Übertragbarkeit des naturwissenschaftlichen Denkens auf die biologische Funktion. Beziehungsweise ist hier vielmehr ein biologisches Denken erfordert anstelle eines technokratisches Denkens.

Man kann auch sagen es ist hier eine dynamisches Denken und ein systemisches Denken erfordert um die Funktion des Nervensystems und seine Leistung durch die menschlichen Begriffe angenähert zu erkennen.

Zur Variabilität der neuronalen Muster

Neuronale Muster muss man sich als etwas Variables vorstellen. Neuronale Muster entstehen, sie werden etwa durch die bewusste Handlung oder unbewusst gelernt bzw. es sind manche derartige Muster schon angeboren – oder man kann auch sagen sie sind schon intrauterin entstanden und daher zur Zeit Geburt vorhanden bzw. entstehen sie im Rahmen der beginnenden neuronalen Aktivität im sich entwickelnden Lebewesen (z.B. die Reflexe und Instinkte) und es entwickeln sich diese Muster mehr oder weniger im Laufe des Lebens weiter. Sie unterliegen also mehr oder weniger einer ständigen Veränderung und Entwicklung – es handelt sich dabei um Funktionszustände bzw. Funktionseinheiten, die mehr oder weniger einer Entwicklung und damit einer Variation unterliegen. Es ist dies also eine Einheit bei der in gewisser Hinsicht eine Statik und andererseits eine  Dynamik besteht – wobei in gewisser Hinsicht auch die Statik insbesondere die Struktur des Nervensystems limitierend ist. Dabei spielt sich diese Variation auf eine Kontinuum  ab (Beispiel: Variation der Stimmung einer Person im Laufe der Jahrzeit, etwa in der Herbst-Winterzeit im Vergleich zur Grundstimmung im Frühling bis Hochsommer. Daher etwa die Eigenheiten der Menschen und Tiere einerseits in Bezug auf die Reaktionen und Verhaltensweisen und die Beschränktheit respektive Limitiertheit in Bezug auf die Veränderung und andererseits die unterschiedliche Verfassung (Laune, Launigkeit, Bedrücktheit, Heiterkeit bei ein und derselben Person etwa zu verschiedenen Jahreszeiten).

Dynamik der neuronalen Muster

Die neuronalen Muster sind dynamische Vorgänge. Insbesondere im Bereich der Gehirnrinde sind die neuronalen Muster unendlich dynamische und variable Vorgänge. So wie man sich vorstellen kann, dass auf einem Computer Bildschirm eine Stelle auf dem Bildschirm einem pixel entspricht und dieser pixel, aktiv oder nicht aktiv,  auf gewisse Art farbig oder nicht farbig sein kann, so kann man sich auch vorstellen, dass die einzelnen Nervenzellen je nach der Art der Funktion und Zeit aktiv oder nicht aktiv mehr oder weniger in das Geschehen, also in den Ablauf der „software“ eingebunden ist. Es können also unendliche viele verschiedenen Funktionsabläufe durch die Vielzahl der Nervenzellen geleistet werden, wenn man bedenkt wie viele verschiedene Gedanken einem im Laufe der Zeit in den Sinn kommen können. Dabei ist also etwa eine bestimmte Nervenzelle je nach dem im Rahmen eines weiteren neuronalen Musters eingebunden und auf seine Art und  Weise zu einer gewissen Zeit aktiv. Im Hinblick auf diese Dynamik kommen einem Zweifel, ob die derzeit gängige Theorie zum Gedächtnis dem realen Sachverhalt gerecht wird und muss man diese derzeit gängigen theoretischen Vorstellungen überdenken.

Konditionierung und Dekonditionierung eines neuronalen Musters

Gewisse neuronale Muster sind bereits angeboren (z.B. Reflexe und Instinkte). Andere neuronale Muster werden erworben also gelernt. Dabei werden gewisse neuronale Muster bewusst gelernt und andere unabsichtlich gelernt. Bei den unabsichtlich gelernten neuronalen Mustern kann man von einer Konditionierung sprechen und das Verlernen dieser Muster kann man als Dekonditionierung bezeichnen.

Übergänge der neuronalen Muster ineinander

So wie man bei sich selbst bemerkt, wie die Gedanken und die Gefühle ineinander übergehen, so kann man sich auch vorstellen, dass auf der Ebene der Nervenzellen bzw. auf der Ebene des neuronalen Netzwerke die Funktionszustände und damit die neuronalen Muster ineinander übergehen. Man sollte also nicht denken, dass es sich dabei um tatsächlich scharf abgegrenzte Einheiten handelt, die man als „physisch“ abgegrenzte Einheiten bestimmen kann. Vielmehr sollte man sich dessen bewusst sein, dass die „Grenze“ erst durch das menschliche Denken, also erst durch die menschliche Vorstellung und damit durch den Begriff der Idee entsteht. Auf der Ebene der neuronalen Funktion gibt es in dem Sinn keine scharfe „Grenze“ zwischen den einzelnen neuronalen Funktionszuständen – und es ist dies auch der Grund warum man in der Forschung und damit in der psychiatrischen Wissenschaft – etwa bezüglich der unterschiedlichen psychischen Störungen -keine scharf abgegrenzten Einheiten finden kann. Man kann aus diesem Grund weder mit der Methode der Funktionellen Magnetresonanztomographie scharf abgegrenzte bildgebende Einheiten finden, noch kann man durch sonstige „physische“ Methoden tatsächlich abgegrenzte Einheiten finden. Vielmehr findet man überall die Übergänge ineinander, wie dies bereits Wilhelm Griesinger bezüglich der Diagnostik der psychischen Krankheiten bzw. bei der Psychiatrischen Diagnostik der psychischen Störungen treffend bemerkt und beschrieben hat (vgl. mit Griesinger Zitat)  – und wie dies natürlich für normale psychische Phänomene in der  Psychologie so wie für psychopathologische Phänomene in der Psychiatrie gültig ist. In diesem Sinn muss man sich also ein neuronales Muster als etwas mehr oder weniger flexibles und dynamisches vorstellen, das sich fortlaufend in einem Nervensystem entwickelt und in seiner Form und Ausprägung nicht scharf anatomisch / histologisch definierte Bezirke in diesem Nervensystem betrifft.

Neuro-histologisch betrachtet ist es wahrscheinlich so, dass angeregt durch den Prozess bzw. durch das wiederholte Durchlaufen der gleichartigen neuronalen Aktivität sich verbesserte Verbindungen zwischen den Neuronen als Folge der Neuroplastizität entstehen. Man kann sich damit also erklären, dass damit neue Synapsen an gewissen Stellen gebildet werden und dadurch die Bahnung in den Netzwerken sich entwickelt. Mit anderen Worten: es entwickeln sich damit neuronale Muster die mit einer gewissen Funktion einhergehen. Wahrscheinlich kommt es auf dieser Grundlage auch zur erweiterten Aussprossung und Entwicklung der beteiligten Dentriten der Nervenzellen, die in diese Funktionsabläufe eingebunden sind. Man kann also sagen: es kommt in Folge der Funktion zur neuroplastischen Anpassung, zur  Entwicklung der „hardware“ im Nervensystem in Abhängigkeit der Entwicklung der „software„. Umgekehrt führt das Nicht-mehr-Durchlaufen von gewissen neuronalen Mustern zur Rückbildung der entsprechenden Bahnen, sprich auch zum Abbau von gewissen Synapsen und zur Involution von gewissen Dentriten und kommt es daher parallel mit der Inaktivität bzw. mit der nicht-mehr-Funktion der „software“ zum Rückbau der zugehörigen „hardware„. In diesem Sinn erkennt man, dass insbesondere das zentrale Nervensystem ein unglaublich flexibles System ist, das sich den jeweiligen Veränderungen, sowohl auf der funktionellen Ebene, wie auch auf der histologisch-physiologischen Ebene so weit als möglich anpasst.

Bildgebend morphologisch betrachtet kann man diese histologisch-morphologischen die Veränderungen auf der Ebene der Nervenzellen zwar nicht in vivo beim einzelnen Individuum in ihrer Architektur erfassen. Es lässt sich jedoch durch die Funktionelle Bildgebung, etwa mit der Methode der Funktionellen Magnetresonanztomographie das Abbild der neuronalen Aktivität darstellen und kann man auf diesem Weg indirekt gewisse Entwicklungen und Veränderungen dieser Abbilder in Abhängigkeit der veränderten Funktion beobachten und diese somit durch eine bildgebende Einheit erfassen. Dabei gibt es allerdings zwischen diesen bildgebenden Einheiten in der Funktionellen Bildgebung keine scharfen Grenzen und kann man daher durch dieses „physische“ Abbild das psychische Phänomen nicht bestimmen (-> Weiteres dazu auf Poster 6: Diagnosis in Psychiatry – the Role of Biological Markers – an investigation in the light of Immanuel Kant`s philosophy), sondern man kann das psychische Phänomen – nur nach dem es zuvor phänomenologisch festgestellt hat – dadurch besser erklären. Auf diese Art und Weise kann man nach der Analogie der Erfahrung im Sinn einer biologischen Theorie auf derartige Veränderungen schließen und es werden solche Theorien durch die klinische Erfahrung bestätigt.

Störanfälligkeit eines neuronalen Musters

Grundsätzlich ist ein neuronales Muster störanfällig. Man denke nur daran, dass dass ein neuronales Muster im Übergang zu einem anderen neuronalen Muster gestört sein kann und damit die Assoziation von diesem neuen neuronalen Muster gestört ist. Bekannt ist, dass bei der psychischen Störung, die man als Schizophrenie bezeichnet typische Störungen in der Assoziation auftreten können, wie diese der Psychiater Eugen Bleuler treffend beschrieben hat (vgl. mit Bleuler Zitat 3). In diesem Zusammenhang kennt man etwa das psychopathologische Phänomen, dass eine Person völlig unfähig ist den Sachverhalt gemäß der Realität zu erkennen und dass damit ihre Realitätswahrnehmung massiv gestört ist. Eine solche Person ist also unfähig ihre subjektive Sichtweise gemäß der Realität anzupassen und zu korrigieren, wenn sie auf gewisse Dinge aufmerksam gemacht wird. In einem solchen Fall spricht man in der Psychiatrie bekanntlich von einer Paranoia oder von einem Wahn. Auch bei den psychischen Störungen, die man als Demenz bezeichnet kennt man die Störungen im Aufbau der neuronalen Muster, wie sei hier etwa in Folge einer degenerativen Erkrankung des Nervensystems im Rahmen der Alzheimer Krankheit auftreten. Oder man kennt die psychischen Störungen in Folge von Störungen in der neuronalen Funktion die durch vaskuläre Veränderungen bedingt auftreten, wie sie teils in der Psychiatrie untersucht werden , etwa im Rahmen eines Oragnischen Psychosyndroms (OPS), oder wie sie in der Neurologie untersucht werden wenn es hier zum Beispiel zum Auftreten einer Bewegungsstörung im Sinn einer Parese oder gar zum Auftreten einer Lähmung (Beispiel Hemiplegie) gekommen ist.

Schließlich treten Veränderungen in den neuronalen Mustern auch als Folge von vielen Infarkten auf und man spricht den von einem Multiinfarktsyndrom.

Schließlich gibt es auch funktionell bedingte Störungen im Aufbau eines neuronalen Musters wie dies bei einer neurotischen Störung – früher als Neurose bezeichnet – auftreten kann. Oder wie eine solche reversible Störung auch im Rahmen einer Depression oder im Rahmen eines Erschöpfungszustandes auftreten kann, oder wie eine derartige Störung unter Umständen auch durch Übermüdung auftreten kann.

Neuronale Muster jenseits der Begriffe

Zweifelsohne gibt es neuronale Muster jenseits der Begriffe. Man denke nur an die neuronalen Muster wie sie in den Nervensystemen der Tiere ablaufen. Oder man denke an die neuronalen Muster in den basalen Hirnstrukturen und im Hirnstamm, wo die neuronale Aktivität auch ohne Begrifflichkeit funktioniert. Diese Tatsache dass das Nervensystem – auch ohne Kenntnis und ohne unser Wissen in Form der Begriffe funktioniert, soll und kann uns Mut machen uns der Natur anzuvertrauen wenn gewisse Störungen im Gange sind, und zwar in dem Sinn, dass die Natur sehr wohl weiß wie die Dinge zu regeln sind auch wenn wir sie nicht verstehen können – eben weil sie jenseits des begrifflich Verstehbaren also jenseits davon ablaufen was wir durch unser Denken verstehen und erklären können. Diese Einsicht ist unter anderem für Bereiche der Psychotherapie von Bedeutung und es ist dies auch für die psychiatrische Wissenschaft von Bedeutung, insofern man auch hier durch das begriffliche Verständnis etwa wie es durch die psychiatrischen Kategorien entsteht nur angenähertes Wissen erlangen kann – wie dies bereits Karl Jaspers erkannt und aufgezeigt hat (vgl. mit Jaspers Zitat) und wie dies im Prinzip auch bereits Wilhelm Griesinger erkannt hat, wenn er davon spricht, dass die Übergänge der einzelnen Formen (Anm. der psychischen Störungen) ineinander freilich wohl beachtet werden müssen (vgl. mit Griesinger Zitat).

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(letzte Änderung 24.12.2017, abgelegt unter neuronale Muster, Nervensystem, Neurologie, Psychiatrie)

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