Über den Ursprung der Psychotherapie und Meditation

Psychotherapie und Meditation sind in unterschiedlichen Kultur- und Denkwelten entstanden.

Unter Psychotherapie versteht man wörtlich die „Behandlung der Seele“. Tatsächlich wirkt sich die Psychotherapie natürlich auf den ganzen Menschen aus – also auf die Psyche und den Körper.

Die meisten Psychotherapeutischen Methoden sind im Laufe des letzten Jahrhunderts, zuerst in Europa und dann in den USA entstanden bzw. weiter entwickelt worden.

Die Meditation – man kann sagen die systematische Innenschau – wurde schon vor Jahrtausenden an vielen Orten, vorallem in Asien, praktiziert und lernte dort der Schüler das Meditieren vom Lehrer.

In  der Psychotherapie spricht man vom Psychotherapeut / Psychotherapeutin bzw. von der Person, die heilkundliche Psychotherapie betreibt.

In der Meditation und bei der Praxis des Yoga ist der Lehrer für sich auf dem „Weg“, und folgt der Schüler, inspiriert durch das Beispiel des Lehrers seinem eigenen „Weg“. Natürlich kann jemand auch von verschiedenen Lehrern bzw. Lehrmeistern sich ein Beispiel nehmen.

Wenn gleich die Psychotherapie nur in sehr beschränkter Form eine Wissenschaft ist, so kann man durch sie, wenn sie gelingt, sehr wohl in vielen Fällen, durch geschickte Intervention, bei der persönlichen Entwicklung behilflich sein.

In der Meditation wird die persönliche Innenschau nach einer gewissen Methode praktiziert und werden damit individuelle Erfahrungen gemacht, die man nicht in diesem Ausmaß machen würde, wenn man dies nicht auf eine so systematische Art und Weise praktizieren würde. Ansprüche des „Wissens“ (im Sinne einer Wissenschaft) werden von Yoga und Meditation Praktizierenden nicht erhoben. Über die eigenen Erfahrungen kann man sich bis zu einem gewissen Grad mit anderen – die ebenfalls auf dem „Weg“ sind – sich austauschen und besprechen. Die Erfahrungen macht jeder Person für sich selbst und gibt es diesbezüglich kein objektives Wissen.

Schon vor mehr als 1500 Jahren hat der indische Gelehrte Patanjali in 195 Sutren (Lehrsprüchen) in  Sanskrit den Yoga-Weg beschrieben. (mehr dazu in diesen Beitrag)

Neuerdings steht uns im Westen eine Fülle von Meditations-Literatur zur Verfügung, und kann man sich mit und auch ohne Lehrmeister, damit auseinandersetzen und zu praktizieren beginnen. Wer will kann an einem Retreat teilnehmen und sich mit Meditationsmethoden unter Anleitung vertraut machen – und unter Umständen auch  einen Meditationslehrer finden. 

Betrachtet man die frühen und späteren Formen der „seelischen Heilbehandlung“ , die Heilbehandlungen durch die Medizinmänner, Schamanen, den Tempelschlaf bei den alten Ägyptern, den Mesmerismus, aus dem die klassische Hypnose hervorging, und schließlich die anderen klassischen Methoden der Psychotherapie (die Psychoanalyse, die Daseinsanalyse, die Verhaltenstherapie usf.) die im letzten Jahrhundert entstanden sind, und heute durch ihre „Schulen“ vertreten werden. So war es schon früher bei den „seelischen Heilbehandlungen“  so wie heute, dass eine Person mit einem Problem (Anliegen) zum Therapeuten hingegangen ist, den Therapeuten konsultiert hat, und dieser den Ratsuchenden nach verbalen oder nonverbalen Methoden psychotherapeutisch „behandelt“ hat.

Unter den psychotherapeutischen Methoden gibt es solche, die mehr auf das Gespräch ausgerichtet sind, und solche, die mehr auf den Körper, auf das körperliche Erleben ausgerichtet sind.

Angemerkt sei an dieser Stelle, dass natürlich auch das Gespräch mit Freunden, Bekannten, Nachbarn etc. wertvoll sein kann und einen positiven Einfluss haben kann, und oftmals auch hat. Man spricht von Psychotherapie jedoch nur wenn diese von einer Fachperson ausgeübt wird.

Die meditative Praxis nimmt für sich nicht in Anspruch eine „Heilmethode„, eine Therapie  zu sein, wenngleich sie natürlich „heilende Wirkungen“ haben kann und oftmals auch hat. Im fernen Osten werden bekanntlich meditative Praktiken sogar in Firmen oder in öffentlichen Parkanlagen, nicht nur von einzelnen Personen, sondern auch von größeren Menschengruppen praktiziert.

Insofern sowohl durch die Psychotherapie, wie auch durch die Meditation Einwirkungen und Auswirkungen auf die Psyche und den Körper auftreten, also dasselbe „Terrain“ beschritten wird, ist es interessant Erfahrungen aus der einen Perspektive mit Erfahrungen aus der anderen Perspektive zu vergleichen und zu diskutieren – soweit dies möglich ist.

(Anmerkung: mit dem Begriff  „Seele“  ist hier die Seele im psychologischen Sinn gemeint und nicht die Seele im religiösen Sinn)

In unserer Zeit der breiten Verfügbarkeit von Informationen und des Austausches finden die meditativen Praktiken der „östlichen“ Welt mehr und mehr Eingang und Verbreitung in unserer westlichen Welt. Es gibt es immer mehr Menschen, die diese Praktiken mit großem Nutzen ausüben. Andererseits hat das westliche Denken und Handeln ebenfalls längst den Osten erreicht und zeigen sich dort die Auswirkungen – mit all ihren Vor- und Nachteilen.

Dieser blog möchte einen Beitrag leisten, den Nutzen der meditativen Praktiken bekannt zu machen und ferner einen Beitrag leisten, damit dieses Wissen vermehrt Eingang und Anwendung in der medizinischen Praxis findet.

Während im Begriff Mediation mehr der mental – geistige Aspekt repräsentiert ist, wird im Begriff Yoga das Gesamte, der körperliche Aspekt und der geistige Aspekt angesprochen.

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